Die meisten Trojaner sind darauf aus, Benutzerdaten eines Online-Dienstes auszuspähen, nicht selten nur von einem bestimmten Provider. Trojaner, die ständig im Hintergrund im betroffenen System mitlaufen, zeichnen mitunter sämtliche Tastaturfolgen auf. Dieses bedeutet, alle Daten, die der Anwender über die Tastatur eingibt. Hier nutzt es leider gar nichts, wenn der Anwender sein Passwort für einen Online-Dienst nicht abspeichert, sondern erst bei der Anmeldung eingibt. Die gesammelten Daten werden nach der Einwahl unbemerkt an den Autor des Trojanischen Pferdes geschickt.
Da die gesammelten Daten nach der soeben genannten Arbeitsweise häufig viel zu groß und undurchsichtig für den Autor des Trojaners sind, arbeiten viele Trojanische Pferde weitaus intelligenter.
Die "besseren" Trojaner zeichnen lediglich die Tastaturfolgen auf, die den "Hacker" interessieren. Dazu könnten Eingaben von Passwörtern für Online-Dienste/ Mail Accounts/ Webseiten/FTP/ Kreditkarten-Nr., Konten usw. gehören. In einigen Fällen werden sogar Home-Banking-Programme überwacht und die Daten weitergeschickt. Für den Hacker hat es den Vorteil, er gelangt nur an die für ihn relevanten Daten und muss diese somit nicht aus einem riesigen "Datenberg" rausfiltern. Diese Arbeitsweise von Trojanern ist als sehr gefährlich einzustufen, da diese die Eigenschaften besitzen können, an sämtliche Daten eines Anwenders zu gelangen.
Des Weiteren gibt es auch eine Vielzahl von Trojanischen Pferden, die nicht ständig im Hintergrund eines Systems mitlaufen: Diese Art von Trojanischen Pferden wird erst aktiviert, wenn der Anwender z.B. sein Programm für die Einwahl in einem Online-Dienst startet. Oder er ein sogenanntes Online-Tool verwendet, wenn er sich bereits online befindet.
Die dritte Art von Trojanischen Pferden nennt man auch ServerProgramme. Diese Trojaner ermöglichen dem Hacker auf das betroffene System zuzugreifen. Diese Trojaner sind mit Abstand die gefährlichsten, die es zur Zeit gibt, da diese Trojaner in der Regel alle auf dieser Seite genannten Arbeitsweisen vereinen können. Server-Programme sind zu Folgendem in der Lage bzw. ermöglichen dem Hacker auf der "Gegenseite" zahlreiche Funktionen: Aufzeichnen der Tastaturfolgen, Auslesen von Passwörtern, Herunter- und/oder Heraufladen von Dateien von/auf Ihr System.
Der Hacker hat mitunter vollen Zugriff auf Ihren Rechner und kann fast alles machen, was er gerade möchte. Server-Programme bestehen aus einem Clienten (dieser wird benutzt, um auf andere Systeme zugreifen zu können) und dem eigentlichen Trojaner, dem Server.
Das Server-Programm öffnet auf Ihrem System verschiedene sogenannte Ports, damit der Zugriff auf Ihr System durch den Hacker möglich wird. Der Client ist dazu in der Lage, nach aktiven "Servern" irgendwo im Internet zu scannen (suchen). Somit wird dem Hacker bekannt, auf welche Systeme er zugreifen könnte.
Sie sehen, die Arbeitsweisen und Möglichkeiten eines Trojanischen Pferdes sind sehr breit gefächert. Auf alles bis in das letzte Detail einzugehen, würde den Rahmen dieser Seiten sprengen.