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Wie macht sich ein Virus bemerkbar und wie verhalte ich mich.

Ist Ihr PC von einem Virus (oder einem anderen Schadprogramm) befallen, kann sich das auf unterschiedliche Weise bemerkbar machen - oder zunächst auch gar nicht! Hier folgt eine kurze, längst nicht vollständige Auflistung möglicher Anzeichen für einen Virenbefall.

Das Booten (Hochfahren) des Systems dauert länger als sonst. Einige Viren setzen sich so im System fest, dass sie bei jedem Booten mit gestartet werden. Bei leistungsfähigeren Computern fällt die Verzögerung aber nicht mehr auf.
br> Dateien werden verschoben, umbenannt oder in ihrer Größe verändert. Auch das wird man als "Normal-User" kaum bemerken.

Ungewöhnliche Hintergrundaktivität. Sie hören, dass auf die Festplatte zugegriffen wird, obwohl Sie in dem Augenblick gar nicht am PC arbeiten. Einige Programme nutzen jedoch solche "Arbeitspausen", um Scann- oder Sicherungsläufe durchzuführen.

Es steht insgesamt weniger als 640 KB konventioneller DOS-Speicher zur Verfügung. Prüfen Sie diesen Wert, indem Sie den PC mit der Startdiskette booten und an der DOS Eingabeaufforderung "MEM" (ohne Anführungszeichen) eingeben.

Ihr System stürzt noch häufiger ab als üblich. Beachten Sie aber, dass die Betriebssysteme der "Windows"-Reihe ganz allgemein gegen "Abstürze" und "Einfrieren" sowie deren Folgen nicht so gut geschützt sind wie andere Betriebssysteme, und dass es vielfältige Ursachen für diese Abstürze gibt.

Unsinnige oder nicht lesbare Fehlermeldungen oder Schriftarten, Menüleisten, Icons sind verändert oder vertauscht. Allerdings ist auch hier zunächst an Softwarefehler, missglückte Installationen, unvollständige Deinstallationen, Fehlbedienungen o.ä. zu denken.

Programme lassen sich nicht mehr starten oder beenden, der Computer reagiert auf Tastatureingaben oder Mausbewegungen nicht wie sonst. Aber auch hier werden überwiegend Software- oder Hardwarefehler vorliegen.

Mit einem Pop-Up-Fenster, einer Laufschrift o.ä. scheint sich ein Virus selbst zu melden. Doch nicht einmal das muss ein sicherer Beleg für die Anwesenheit eines Virus sein. Es gibt nämlich mehr oder weniger harmlose "Scherzprogramme", deren Programmierer meinen, dem Anwender einen Virenbefall (einen Hardwaredefekt, den Weltuntergang etc.) mitteilen zu müssen.

Diese Aufzählung ließe sich fortführen. Sie sehen, es ist beinahe unmöglich, ohne die Hilfe einer guten (aktuellen) Anti-Viren-Software einen Virenbefall im Vorfeld sicher festzustellen. Viele Viren sind völlig inaktiv, bis ein bestimmtes Ereignis eintritt oder ein Datum erreicht ist. Ob sich tatsächlich ein Virus auf Ihrer Festplatte befindet, der droht, in Ihrem System Schaden anzurichten, kann nur der Virenscanner zweifelsfrei feststellen. Und der kann Ihnen diesen Plagegeist in aller Regel auch wieder vom Hals schaffen!

Die wichtigste Grundregel: Ruhe bewahren! Sie sind nicht der Erste und auch nicht der Letzte, dem das passiert. Ein Computervirus ist ein Ärgernis - aber solange der Computer nicht in Flammen steht, gibt es keinen Grund zur Panik. Das Schlimmste, das passieren kann, ist, dass Sie Ihr Betriebssystem neu aufspielen müssen. Doch selbst das ist nur in wenigen Ausnahmefällen nötig (kommen Sie also um Himmels Willen nicht auf die Idee, bei der erstbesten Virenmeldung Ihre Festplatte zu formatieren!).

Handeln Sie also nicht vorschnell, wenn der Virenscanner anbietet, den gefundenen Virus zu löschen. Lehnen Sie dies zunächst ab. Fahren Sie den PC nicht herunter und führen Sie auch keinen Neustart durch. Öffnen Sie keine weiteren Programme.

Wenn der Scanner die Möglichkeit bietet, den Virus in "Quarantäne" zu nehmen, sollten Sie diese Option nutzen. Der Virus wird dabei in ein besonderes Verzeichnis verschoben und jeder Zugriff auf ihn verhindert. Alternativ bietet mancher Scanner an, den Virus umzubenennen. Dabei wird die Dateiendung verändert, so dass der Virus nicht mehr aktiviert werden kann.

Wie Sie jetzt weiter vorgehen sollten, hängt im Wesentlichen von einer Frage ab: Wie aktuell und komplett ist Ihre Datensicherung?

Überlegen Sie daher zunächst in aller Ruhe, welche Daten Sie noch nicht in Ihre Datensicherung aufgenommen haben.

Möchten Sie auf bestimmte Daten, die Sie noch nicht gesichert haben, auf keinen Fall verzichten, sollten Sie diese Dateien jetzt auf externe Datenträger kopieren. Benutzen Sie dazu ausschließlich leere Datenträger, um nicht andere, bereits darauf befindliche Daten zu gefährden. Bedenken Sie, dass die Datensicherung, die Sie jetzt erstellen, virenverseucht sein könnte (markieren Sie diese Datenträger deshalb deutlich)! Dennoch ist es den Versuch wert, denn auch ein solches Backup ist mitunter noch zu retten.

Sind Sie nicht sicher, ob es sich tatsächlich um einen Virus handelt (vielleicht ist gerade Ihr Scanner für Fehlalarme "berühmt"), lassen Sie die verdächtige Datei zunächst in Quarantäne. Holen Sie für das weitere Vorgehen den Rat eines Fachmanns (oder einer Fachfrau!) ein. Das kann ein sachkundiger Bekannter oder auch die Hotline des Herstellers Ihres Virenscanners sein. Für Anfragen bei Hotlines gilt generell: Halten Sie alle nötigen Informationen bereit (welches Betriebssystem, welche Datei ist betroffen, bei welcher Aktion tauchte die Meldung auf, wie lautete die Meldung genau usw.).

Sie können sich auch bei Virenlisten im Internet, z.B. Virenticker oder Viruslist informieren. Mitunter hilft an dieser Stelle auch ein Blick in das Handbuch des Virenscanners.

Nachdem die Datensicherung abgeschlossen ist und Sie sich vergewissert haben, dass es sich tatsächlich um einen Virus handelt, schalten Sie den Computer aus (keinen simplen Neustart, sondern tatsächlich für mindestens 10 Sekunden ausschalten!). Damit entladen Sie den Arbeitsspeicher, in dem sich möglicherweise noch Virencode befunden hat.

Ab der "Windows"-Version "WinME" sollten Sie vor dem Abschalten unbedingt die Funktion "Systemwiederherstellung" (unter: Systemsteuerung / System) deaktivieren. Ansonsten kann es passieren, dass "Windows" beim nächsten Booten, noch bevor Sie etwas unternehmen können, die reparierten Dateien wieder durch die ursprünglichen (verseuchten) ersetzt.

Starten Sie dann den Computer von der virenfreien und schreibgeschützten Startdiskette. Das ist wichtig, weil sich der Virus sonst u.U. gleich wieder in den Arbeitsspeicher laden würde und Sie würden diesen "Kameraden" nie los! Jetzt kann der Virenscanner seine Arbeit tun und den Virus entfernen. Zwar können alle modernen Virenscanner auch den Arbeitsspeicher prüfen, dennoch sollten Sie, um auf der sicheren Seite zu sein, den eben beschriebenen Weg einhalten!

Nachdem Sie Ihr System gesäubert haben, sollten Sie erneut einen "Kaltstart" durchführen, also den Computer für einen Moment ausschalten (vergessen Sie nicht, bei dieser Gelegenheit die Bootreihenfolge wieder umzustellen), und danach Ihre Festplatte noch einmal scannen - idealerweise zusätzlich durch einen zweiten Scanner. Insbesondere, wenn es sich um einen Bootsektorvirus handelte, sollten Sie zusätzlich alle (es könnten mehrere befallen sein) externen Speichermedien auf Viren prüfen.

Konnten Sie den Infektionsweg nachvollziehen, informieren Sie ggf. denjenigen, der den Virus (in aller Regel ja unbeabsichtigt) weitergegeben hat.

Wenn Ihr Computer Teil eines Firmen- oder Behördennetzwerkes ist, ist die Vorgehensweise anders. Sie sollten den PC herunterfahren, also vom Netz nehmen, und sofort den Systemadministrator benachrichtigen. Versuchen Sie nicht, den Virus selbst zu löschen oder befallene Dateien/Programme zu desinfizieren. Da Sie i.d.R. nicht wissen können, welche Auswirkungen das auf das gesamte Netzwerk haben kann, überlassen Sie diese Arbeit dem Administrator! Der wird zwar nicht begeistert sein, aber wenn Sie durch eigene Reparaturversuche das Unheil noch vergrößern, könnten im Extremfall sogar Schadenersatzforderungen auf Sie zukommen.

Nach einem Virenbefall müssen Sie damit rechnen, dass das Schadprogramm unbemerkt Ihre Passwörter und andere geheime Login- oder Zugangsdaten über eine Online-Verbindung an andere übermittelt haben könnte. Ändern Sie deshalb sofort alle Passwörter (Sie sollten das ohnehin von Zeit zu Zeit tun)!

Schwieriger wird es, wenn der Virus auf Ihrem System aktiv ist, also schon ein Schaden entstanden ist oder gerade einer entsteht.

Sehen Sie den Virus bei der "Arbeit", ist der beste Rat wohl der: Schalten Sie den Computer unverzüglich aus und holen Sie auch hier sachkundigen Rat ein. Bei der Vielzahl der verschiedenen Viren, ihren unterschiedlichen Arbeitsweisen und Schadroutinen ist es unmöglich, für diesen Fall Patentrezepte bereitzuhalten.

An dieser Stelle noch mal nachdrücklich: Wenn Sie Ihr System regelmäßig scannen, der Hintergrundwächter ständig aktiviert ist, der Scanner durch Updates der Virendatenbanken aktuell gehalten wird und Sie sich für eine gute und bewährte Anti-Viren-Software entschieden haben, sollte es erst gar nicht so weit kommen!

Regelmäßig Windows Updates ausführen

Damit das Windows-Betriebssystem wenigstens mit den zur Verfügung gestellten Sicherheitspatches ausgestattet wird, ist ein regelmäßiges Windows Update undefined( http://windowsupdate.microsoft.com/de ) erforderlich. Da Microsoft jeweils am zweiten Mittwoch im Monat neue Patches zur Verfügung stellt, sollte dies der maximale Zeitraum für den Besuch der Update-Seiten sein. Diese ist nur möglich aus dem Internet Explorer.


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